Steckbrief

Hintergrund & Problemstellung

Alltagsunterstützenden technikbasierten Assistenzsystemen kommt zur Bewältigung der Herausforderungen des demographischen Wandels eine wichtige Rolle zu. Im Fokus steht dabei die selbstbestimmte Lebensführung älterer und multimorbider Menschen, die unter dem Schlagwort Ambient Assisted Living (AAL) seit einigen Jahren intensiv erforscht wird. Hierbei gilt es durch Gestaltung einer multimodalen, funktional und emotional optimierten Benutzerinteraktion bestehende Hemmnisse für den Einsatz technikbasierter Assistenzsysteme im unmittelbaren Lebensumfeld, insbesondere älterer und gesundheitlich eingeschränkter Menschen, abzubauen und dem Einsatz entsprechender Technologien zum bisher ausstehenden breiten Markterfolg zu verhelfen. Der Schlüssel ist die Bedienung von Assistenzsystemen durch FREIES SPRECHEN, dem natürlichsten Weg der menschlichen Interaktion, zu ermöglichen, womit die bisherigen Einschränkungen der Bedienungen überwunden werden, was zu einer signifikant höheren Akzeptanz durch die Nutzer führen wird und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben deutlich verbessern kann.

Zielsetzung & Lösungsansatz

Um die erwähnte höhere Akzeptanz von technischen Systemen zu erreichen, wird der neue Ansatz, nämlich die Verarbeitung von ambienten Sprachsignalen mittels mehreren Sensoren verfolgt, um dann die Entwicklung einer multimodalen, sprachzentrierten Benutzerschnittstelle zu ermöglichen. Hierbei werden von Beginn an Nutzeranforderungen und -akzeptanz sowie ethische und juristische Fragestellungen adressiert.

Es wird eine integrierte, freisprachliche Steuerung für Assistenzsysteme im häuslichen/privaten Bereich sowie in semiprofessionellen Recherchesituationen entwickelt, die berührungslos und ambient, also im Hintergrund ohne konstante explizite Interaktion arbeitet, und somit neue Potenziale an Anwendungsfeldern ermöglicht. Durch die Nutzung von Redundanzen aus den ambienten, d.h. den konkreten Anfragen bzw. Steuerungsbefehlen vorausgehenden Sprech-strömen, kann der Kontext als a-priori Wissen in den Erkennungsprozess einbezogen werden, was sowohl der Spracherkennung, als auch der Informationsrecherche zu Gute kommt.

Kernarbeiten des Projektes

Zum einen gilt es die technologische Basis durch die Entwicklung eines Sprachmoduls, welches durch ambiente bzw. redundante Sensorquellen gestützt wird, zu schaffen. Zum anderen liegt der Hauptfokus jedoch auf der Verbesserung der Mensch-Maschine-Interaktion durch eine Sprach und Gesten-Schnittstelle mit neuartiger, angepasster grafischer Benutzeroberfläche bzw. Visualisierung.

Diese beiden Kernpunkte werden durchgehend unterstützt durch die Analyse der Akzeptanzkriterien mittels Nutzungs- und Akzeptanztests und Ermittlung der rechtlichen sowie ethischen Rahmenbedingungen.

Verwertungspotenzial

Die multimodale Bedienung wird eine wichtige Grundlagenentwicklung für zukünftige Technologien, nicht nur im AAL Bereich sein. Das Verschmelzen der einzelnen Interaktionswege (Sprache, Geste, Touch, Sensorik) fördert und erleichtert allgemein die Kommunikation bzw. Interaktion. Die Entwicklung ist vergleichbar mit der des Smartphones: Während bis vor ein paar Jahren das mobile Telefon schon „Smart“ war, wenn es Zugriff auf das Internet bieten konnte, geht nun der Trend in Richtung von „Sensorisierung“ wobei vor allem ein Zusammenwachsen der Einzelkomponenten wie auch der Interaktionsarten zu beobachten ist. Ein Boom der ubiquitären Computer und Assistenzsysteme ist zu erwarten.

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